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von Prado van Suittern

 

DIE ZUKUNFT DER MODE

Lidewij Edelkoort ist eine der wichtigsten Trendforscherinnen der Welt. Seit mehr als 40 Jahren berät Sie große Unternehmen wie Coca Cola und Prada; die Trendbücher, die sie mit ihrer Agentur Trend Union herausgibt, sind für viele Designer prägend. Im vergangenen Jahr hat eben diese Li Edelkoort den Tod des Modesystems, wie wir es kennen, verkündet. Im Januar hat sie die emancipation of everything in Berlin vorausgesagt. Und Li Edelkoort irrt sich eigentlich nie. Wahrscheinlich auch nicht im Bezug auf Trump und seinen Einfluss auf die Mode – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ästhetisch.

Edelkoort hat auf den Sieg von Hilary Clinton gehofft, aber den Sieg von Donald Trump im Sommer prognostiziert. Der Deutschen Welle erzählte sie im Interview, welchen Einfluss das auf die Mode haben wird. Kurz: Sie wird wieder extravaganter. „Erst mal werden die Menschen ganz normal weitermachen und leugnen. Aber in Zeiten der Angst, in der sich große Teile der Gesellschaft bekämpfen, neigt die Mode dazu, sehr extravagant zu werden.“ Li Edelkoort prognostiziert: historisch inspirierte Modetrends, theatralische Kleider. Hohe Krägen, Keulenärmel, Röcke wie Krinolinen.

Was nach einer wiederkehrenden Unterwerfung der Frau durch die Mode klingt, meint aber eigentlich das Gegenteil. Bunt und laut und bald auch noch geprägt von einer markanten Silhouette: So prognostiziert Li Edelkoort die Zukunft der Mode nach Trump.

„Die Präsidentschaftswahlen haben das Gefühl für die Rechte der Frauen wieder zum Thema gemacht“, konstatiert Edelkoort weiter. „Es gibt ein Revival weiblicher Emanzipation.“ Und die sieht die Trendforscherin im Einklang mit der soften Gegenbewegung der Männer. Beide Geschlechter gleichen sich optisch mehr an. Und die Wahl von Trump wird das laut Edelkoort tatsächlich noch unterstützen.

Wie ironisch, wie schön.

Lidewij Edelkoort

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